GS Immobilien – Wir begleiten Sie an Ihr Ziel

Mieter und Vermieter stellen sich gleichermaßen die Frage: Wie wird es nun mit den Mietpreisen weitergehen? Ewig können sie ja nicht mehr steigen. Aktuelle Zahlen zeigen nun, wo es vermutlich 2019 hingehen wird.
Ursachen der steigenden Mieten ungebrochen
Auch im aktuellen Jahr dürften sich im deutschen Durchschnitt die Mieten weiter relativ linear nach oben bewegen. Der Deutsche Mieterbund etwas begründet dies damit, dass es einfach keine Faktoren gäbe, die den Mietpreis-Anstieg bremsen. Nach wie vor gibt es mehr Nachfrage als Angebot und wird zu wenig neuer Wohnraum geschaffen. Im deutschen Durchschnitt stiegen die Angebotsmieten von Ende 2017 bis Ende 2018 um 3,9 Prozent auf etwa sieben Euro Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche.
Entwicklung in Deutschland nicht homogen
Am stärksten von Erhöhung betroffen waren Großstädte, insbesondere Berlin, Hamburg und München mit einem Plus von 6,4 Prozent auf durchschnittlich 12 Euro Kalkmiete pro Quadratmeter. Allerdings verzeichnen einige Großstädte, darunter auch diese, schon eine leichte Stagnation des Zuzugs. Denn an manchen Stellen sei offenbar die preisliche Schmerzgrenze erreicht, wie Experten vermuten. Hier ist es denkbar, dass sich der Anstieg verlangsamt. Das betrifft jedoch weniger das Luxus-Segment als den mittleren Marktsektor.
Neu- und Altverträge betroffen
Dabei steigen nicht nur die Angebotsmieten bei Neuvermietungen, sondern die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf bestehende Mietverhältnisse. Ob Mietpreisbremse oder nicht: die teuren Neu-Mieten treiben die ortsüblichen Vergleichsmieten nach oben und schaffen damit Raum für Mieterhöhungen. Der Mieterbund berechnete einen voraussichtlichen Anstieg der ortsüblichen Vergleichsmieten in den Städten von drei bis fünf Prozent im Jahr 2019.
Nebenkosten sorgen nicht für weitere Erhöhung
Eine gute Nachricht für Mieter und letztlich sich Vermieter: Bei den Nebenkosten sind dafür keine deutlichen Anstiege zu erwarten. Lediglich bei Ölheizungen kann es zu Erhöhungen aufgrund der Ölpreise kommen. Andere Heizsysteme, Strom etc. werden nicht nennenswert teurer.
Bremsfaktoren 2019
Was im aktuellen Jahr die Entwicklung der Mieten nach oben abbremsen könnte, ist unter anderem eine langsam sinkende Zuwanderung. Auch bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die Große Koalition ergreifen wird, um die Mietpreise zu deckeln. So ist etwa mit einer verschärften Mietpreisbremse zu rechnen. Dafür könnten die Preise in den Speckgürteln noch weiter ansteigen, wenn die Menschen in den Metropolen immer weniger Wohnraum finden. Entstehen sollen 2019 rund 320.000 neue Wohnungen in Deutschland – bei einem Bedarf von 350.000 bis 400.000.

Maria Schädlich
Expertin für Markttrends in der Immobilienwirtschaft
© VNR AG, alle Rechte vorbehalten.