GS Immobilien – Wir begleiten Sie an Ihr Ziel

Zur Zeit liest man wieder einmal überall Schlagzeilen: „Kommt jetzt die Immobilienblase?“, „Crash steht bevor!“ Reißerisch wird selbst in seriösen Blättern förmlich der Weltuntergang prophezeit. Aber steht es 2018 wirklich so schlimm um’s Betongold? Oder wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird? Ein Ausblick.

2017 sind die Immobilien-Kaufpreise hierzulande wieder einmal um beinahe acht Prozent gestiegen (Mieten: 4,3 Prozent). Bereits seit acht Jahren hält der Aufwärtstrend an. Aber nun ist das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft erschienen – und prophezeit eine Trendwende. Erstellt wird das Gutachten jährlich im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) erstellt haben.

Vorsicht in den „Blasenstädten“
Liest man das Gutachten selbst, stellt man schnell fest: Vielerorts steigen die Preise laut Experten vermutlich weiter – nur eben langsamer als bisher. Kritisch wird es vor allem in genau den Städten, denen bereits im letzten Jahr Blasengefahr prognostiziert wurde: In Berlin, München und Stuttgart etwa. Hier sollen die Kaufpreise in den kommenden fünf Jahren nun um 25 bis 30 Prozent sinken. Trotzdem ist das für Sie kein Grund für übereilte Panikverkäufe. Gerade, wenn Sie die Immobilie schon länger besitzen, heißt das nicht, dass es am Ende weniger wert ist als seinen ursprünglichen Kaufpreis. Zusätzlich kann Ihr Objekt nach wie vor ein äußerst lukratives Anlageobjekt sein. Die Mieten sollen nämlich nicht um diesen Betrag sinken, sondern eher stagnieren oder langsamer steigen. An Ihrer ursprünglichen Rendite ändert das also im ungünstigsten Fall gar nichts – die berechneten Sie schließlich aus Ihrem Kapital und der damaligen Jahresmiete.

Auch in sehr ländlichen Regionen kann es sein, dass die Immobilienpreise fallen. Hier hat man aber oft ohnehin kaum am Boom der vergangenen Jahre teilgehabt, das dürfte sich auch in den Erwartungen der Interessenten zeigen. Eine Grundlage der Annahme ist, dass die Immobilienzinsen wieder steigen. Dieser Anstieg wird aber, wenn er kommt, eher schwach ausfallen als rapide.

Anstieg der Zinsen in Sicht?
Als Gründe für einen möglichen Anstieg von Zinsen wird unter anderem angeführt, dass die Kaufpreise wesentlich stärker angestiegen sind als die Mieten: In den acht Jahren von 2009 bis 2017 waren es 26 Prozent bei den Neuvertragsmieten und 61 Prozent bei den Kaufpreisen. Das spiegelt allerdings nur den deutschen Durchschnitt wieder. In den oben genannten Städten wie Berlin, München und Stuttgart, aber auch Hamburg, Köln, Frankfurt und Düsseldorf ging die Schere noch wesentlich weiter auseinander: 23 zu 90 Prozent. Ein weiteres Indiz dafür, dass es hier in der Tat nicht ewig so weitergehen wird.

Angebot und Nachfrage
Und ein weiterer Faktor kommt hinzu: Die genannten Städte ziehen immer weniger junge Leute an – auch wegen der hohen Preise. Diese wandern stattdessen ab nach Leipzig, Augsburg oder Passau. Gleichzeitig wurde hier aber in den letzten Jahren viel gebaut. Einiges deutet laut Gutachten darauf hin, dass in den genannten Städten das Angebot bald die Nachfrage übersteigen könnte, in Berlin ein zumindest ausgeglichenes Verhältnis herrschen wird.

Konsequenzen für Vermieter
Für Sie als Vermieter bedeutet das: Stellen Sie sich je nach Standort auf stagnierende Mieten ein, tätigen Sie vielleicht keine übermäßigen Investitionen mehr, aber halten Sie Ihre Immobilie gut in Schuss. Denn attraktive Objekte in Großstädten sind immer gefragt – und sollten die Mieten irgendwann sinken, werden auch wieder mehr junge Menschen in die Trendstädte streben. Letztlich kann es besser sein, die Wohnung für einige Euro weniger gut zu vermieten, als lange Leerstände in Kauf zu nehmen.

© VNR AG Maria Schädlich
Expertin für Markttrends in der Immobilienwirtschaft